Die Preise für metallurgische Materialien hängen nicht mehr ausschließlich von Wechselkursen und Transportkosten ab. Seit 2023 hat sich ein neuer Klimamechanismus auf dem Markt etabliert, der die Kalkulation bei der Einfuhr von Stahl und Stahlhalbzeugen verändert. Bei Produkten wie Schweißdraht können die Unterschiede mehrere Prozentpunkte erreichen. Lohnt sich bei vergleichbarem Preisniveau weiterhin die Beschaffung aus dem Ausland oder ist es besser, auf die heimische Produktion zu setzen? Erfahren Sie, wie CBAM die Einkaufskosten beeinflusst, und treffen Sie die Entscheidung, die Ihr Unternehmen vor zusätzlichen Belastungen schützt.
Inhaltsverzeichnis
1. CBAM – was ist das?
2. CBAM – Verordnung
3. CBAM – welche Unternehmen und Waren sind betroffen?
4. CBAM – seit wann gilt die Regelung?
5. Unterschied zwischen CBAM und klassischem Zoll
6. CBAM 2026 – Auswirkungen auf die Schweißdrahtpreise
7. Vorteile von in Polen produziertem Schweißdraht
8. FAQ – häufig gestellte Fragen
CBAM – was ist das?
CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism), also der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus, ist ein Instrument der Europäischen Union, das entwickelt wurde, um unterschiedliche CO₂-Kosten zwischen der EU und Drittstaaten auszugleichen. Der Mechanismus sieht eine Abgabe auf importierte Waren mit einem hohen CO₂-Ausstoß vor und berücksichtigt dabei die Emissionen, die während ihrer Herstellung entstehen. In der Praxis soll CBAM verhindern, dass emissionsintensive Produktionen in Länder mit weniger strengen Klimaregeln verlagert werden.
Das System funktioniert parallel zum EU-ETS, das Emissionen innerhalb der Europäischen Union bepreist. CBAM soll sicherstellen, dass Anbieter außerhalb der Union vergleichbare Kosten tragen wie Unternehmen innerhalb der EU. Ziel ist die Förderung klimafreundlicheren industriellen Produktion sowie die Reduzierung des sogenannten „Carbon Leakage“.
CBAM – Verordnung
Die rechtliche Grundlage von CBAM ist die Verordnung (EU) 2023/956 des Europäischen Parlaments und des Rates. Sie regelt den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus detailliert, einschließlich Berichtspflichten sowie der Regelungen zur Abrechnung von CBAM-Zertifikaten.
Die Verordnung definiert zudem, wer zur Abgabe von Meldungen verpflichtet ist, welche Daten erforderlich sind und wie die Zertifikatsabrechnung erfolgt. Importierte CBAM-Waren sind mit zusätzlichen administrativen Pflichten verbunden. Die Verantwortung liegt bei den Importeuren oder ihren bevollmächtigten Vertretern. Verstöße gegen die Vorschriften können zu administrativen Sanktionen führen.
CBAM – welche Unternehmen und Waren sind betroffen?
Die Regelung betrifft Importeure von Waren aus CBAM-pflichtigen Sektoren sowie in bestimmten Fällen deren indirekte Zollvertreter. Die betroffenen Sektoren umfassen insbesondere energieintensive Industrien, darunter:
- Eisen und Stahl – einschließlich Rohstoffe, Stäbe, Rohre und Konstruktionselemente
- Aluminium – einschließlich Bleche, Profile und Folien
- Düngemittel
- Zement und Klinker
- Elektrische Energie
- Wasserstoff
Diese Sektoren gehören zu den emissionsintensivsten der Industrie. Wird Schweißdraht aus importiertem, CBAM-pflichtigem Stahl hergestellt, können bereits beim Import des Rohmaterials in die EU CBAM-Verpflichtungen entstehen.
CBAM – seit wann gilt es?
CBAM wird schrittweise eingeführt. Vom 1. Oktober 2023 bis 31. Dezember 2025 gilt eine Übergangsphase. In dieser Zeitraum verpflichtet, CBAM-Berichte einzureichen und die eingebetteten Emissionen der importierten Waren zu melden, jedoch ohne Verpflichtung zum Erwerb von Zertifikaten.
Ab dem 1. Januar 2026 beginnt die endgültige Anwendungphase. Der Import von CBAM-Waren ist dann nur durch einen zugelassenen CBAM-Anmelder möglich. Unternehmen sind verpflichtet Zertifikate zu erwerben und entsprechend den Emissionen der importierten Produkte abzugeben. Die erste jährliche CBAM-Erklärung für das Jahr 2026 sowie die Abgabe der entsprechenden Zertifikate sind bis zum 31. Mai 2027 erforderlich.
Unterschied zwischen CBAM und klassischem Zoll
Zölle haben einen fiskalischen und protektionistischen Charakter und fließen in den EU- oder nationalen Haushalt ein. CBAM hingegen dient dem Ausgleich von CO₂-Kosten und erfüllt keine klassische handelspolitische Schutzfunktion.
Der Mechanismus basiert auf den CO₂-Emissionen bestimmter Produktkategorien und nicht allein auf dem Importvorgang selbst. In der Praxis können sowohl klassische Zölle als auch CBAM-Kosten gleichzeitig anfallen. Die Höhe der CBAM-Abgaben hängt vom Emissionsniveau der jeweiligen Warenpartie ab.
CBAM 2026 – Auswirkungen auf die Schweißdrahtpreise
OAb 2026 müssen Importeure CBAM-Zertifikate entsprechend den Emissionen bei der Rohstoffproduktion erwerben und abgeben. Bei Stahldraht können dadurch die Importkosten steigen – insbesondere dann, wenn der Stahl aus Ländern mit einem hohen Anteil fossiler Energieträger stammt.
Die Preisentwicklung hängt sowohl von den Emissionen der Produktion als auch vom aktuellen Preisniveau der EU-ETS-Zertifikate ab. CBAM verändert dabei nicht die technischen Eigenschaften des Produkts, sondern ausschließlich dessen Kostenstruktur.
Bei vergleichbaren Marktpreisen entscheiden sich daher viele Unternehmen zunehmend für innerhalb der EU produzierten Draht, der nicht der CO₂-Grenzabgabe unterliegt.
Welche Vorteile bietet in Polen produzierter Schweißdraht?
National (lepiej na DE : Ein in der EU) produzierter Schweißdraht bietet vor allem eine hohe Prozesssicherheit und eine gleichbleibend stabile Qualität. Eine konstante chemische Zusammensetzung, eine gleichmäßige Kupferbeschichtung sowie die Konformität mit EU-Normen sorgen für einen stabilen Lichtbogen und gleichmäßige Schweißnähte.
Hersteller mit Sitz in der Europäischen Union bieten zertifizierte Qualität, eine präzise Materialkennzeichnung sowie schnellen technischen Support. Kürzere Lieferketten reduzieren zudem das Risiko von Verzögerungen und Produktionsausfällen.
Bei Tysweld produzieren wir Schweißdraht aus europäischem Walzdraht und kontrollieren den gesamten Herstellungsprozess. Unser Sortiment umfasst unter anderem die Sorten SG2 und SG3. Jede Charge wird gemäß EU-Normen geprüft, und unser technischer Support steht direkt und ohne Zwischenhändler zur Verfügung.
Heute spielt auch die Wirtschaftlichkeit eine zentrale Rolle. Zölle und CBAM-Abgaben erhöhen die Kosten importierter Produkte außerhalb der EU. Bei Stahl mit hohem CO₂-Fußabdruck müssen zusätzlich Zertifikate erworben werden. Dadurch nähert sich der Importpreis zunehmend dem Niveau europäischer Produkte an.
Wenn die Preisunterschiede gering sind, gewinnen organisatorische Faktoren an Bedeutung – stabile Lieferbedingungen, weniger Verwaltungsaufwand und schnellere Lieferzeiten. Deshalb ist der in Polen hergestellte Draht von Tysweld eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zu Importmaterial.
FAQ:
1. CBAM – welche Waren sind betroffen?
Der Mechanismus betrifft energieintensive Sektoren wie Eisen und Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Strom und Wasserstoff. Es handelt sich hauptsächlich um Rohstoffe und Halbprodukte mit hohem CO₂-Fußabdruck aus Ländern außerhalb der EU.
2. Warum zeigt der Preis pro Kilogramm nicht die echten Einkaufskosten?
Der Angebotspreis berücksichtigt nicht alle Importkosten. Zusätzlich können Zölle, Transportkosten, Wechselkurse und CBAM-Abgaben anfallen. Auch administrative Prozesse und mögliche Lieferverzögerungen beeinflussen die Gesamtkosten, weshalb ein reiner Kilopreisvergleich irreführend sein kann.
3. Warum bestehen die echten Kosten nicht nur aus dem Einkauf, sondern auch aus der Produktionseffizienz?
Drahteigenschaften beeinflussen die Lichtbogenstabilität, Spritzerbildung und den Verschleiß von Zuführsystemen. Gleichmäßige Qualität reduziert Stillstände und Nacharbeit. Produktivität, Bearbeitungsgeschwindigkeit und Reklamationsquote wirken sich direkt auf die Gesamtkosten eines Projekts aus.
Quellen:
Verordnung (EU) 2023/956 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Mai 2023 zur Einführung eines CO₂-Grenzausgleichsmechanismus
Leitlinien zur Umsetzung von CBAM für Importeure in die EU
https://taxation-customs.ec.europa.eu/document/download/bc15e68d-566d-4419-88ec-b8f5c6823eb2_pl?filename=TAXUD-2023-01189-01-00-PL-TRA-00.pdf
https://taxation-customs.ec.europa.eu/carbon-border-adjustment-mechanism_en